Mehr als 26 Jahre war Dr. Ulrich von Schnurbein der Präsident von FGBMFI – Christen im Beruf e.V. Wie hat er das Wirken Gottes in dieser Vereinigung erlebt? Die VOICE hat nachgefragt.

VOICE: Von den sechs Jahrzehnten, die es die Vereinigung in Deutschland gibt, warst du fast die Hälfte der Zeit ihr Präsident. Was war dein wichtigstes Anliegen in deiner Amtszeit?

Ulrich von Schnurbein: Wir als Christen im Beruf haben uns immer darum bemüht, die Menschen zum Glauben an Jesus Christus zu führen und dabei die Gaben des Heiligen Geistes wirksam werden zu lassen, weil wir der Überzeugung waren und sind, dass mit Zeichen und Wundern die Evangelisation leichter gelingt. Deshalb haben wir auch immer für Kranke und Belastete und für Leute mit Problemen gebetet.

VOICE: Wart ihr denn so sicher, dass sie auf euer Gebet hin auch tatsächlich gesund werden?

Ulrich von Schnurbein: Natürlich haben wir uns diese Frage auch gestellt. Auf einer Lehrkonferenz der Christen im Beruf in Beilngries im Altmühltal prägte der Redner, Hartwig Henkel, Mitte der 90er Jahre den Satz: „Was geschieht, wenn nichts geschieht?“ Was also geschieht, wenn wir behaupten, im Namen Gottes da zu sein, und wir beten, aber es wird niemand geheilt? Darauf gab er die Antwort: „Dann beten und glauben wir einfach weiter, dass der Herr Heilung will.“ Einen Tag später wurde diese Frage tatsächlich virulent. Wir beteten für eine Frau, deren Arme offensichtlich ungleich lang waren. Der Sprecher betete, und es tat sich nichts. Dann betete er wieder, und wieder tat sich nichts. Dann sagte Hartwig: Okay, dann loben und preisen und anbeten wir den Herrn erneut und bitten ihn um Heilung. Und nachdem wir das getan hatten, betete er wieder mit dieser Frau, und dann flutschte es geradezu, als der kürzere Arm nach vorne kam und gleich lang wurde wie der andere. Das war wie eine Initialzündung. Überall in dem Saal waren dann an diesem Abend Heilungswunder zu sehen.

VOICE: Kannst du ein Beispiel geben?

Ulrich von Schnurbein: Ich erinnere mich an die Schilderung eines Mannes, der einen richtigen Buckel hatte. Er konnte nichts Schweres mehr tragen. Als dann für ihn gebetet wurde, knackte es im Gebälk, und er stand wieder gerade da. Ich habe ihn später immer wieder getroffen, und er sagte stets, dass seitdem alles vollkommen gut war. Er könne jetzt sogar wieder schwere Zementsäcke tragen. Es gab da auch eine Frau, die ein verkrümmtes Rückgrat hatte. Sie stellte sich auf und wurde fünf Zentimeter länger. Nachprüfbar. Sie lebt noch heute und kann das selbst bezeugen. Und noch etliche andere Heilungen gab es.

VOICE: In der Vereinigung wird immer wieder von aufsehenerregenden Ereignissen in Ungarn erzählt. Worum ging es dabei?

Ulrich von Schnurbein: Als Christen im Beruf waren wir eingebunden in die internationale Vereinigung FGBMFI, die, nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, auch örtliche Ableger in Osteuropa hatte. Der Leiter von Ungarn, Miklos Molnar, hatte eine internationale Gruppe zu einer Evangelisation am 5. August 1997 eingeladen. Richard Shakarian, der kürzlich verstorbene internationale Leiter der FGBMFI, und seine Frau waren auch dabei. Wir evangelisierten im Stadtpark von Kecskemét und gaben dort kurze Bekehrungs- und Heilungszeugnisse. Als genügend Leute an unserem Stand waren, boten wir den Leuten unser Gebet um Bekehrung, Heilung und Befreiung und für alle möglichen Arten von Problemen an. Da die medizinische Versorgung in Ungarn damals noch sehr schlecht war, haben das viele gern in Anspruch genommen. Es kam auch eine Frau mittleren Alters, die er-klärte, dass sie ganz schlechte Augen hätte. Sie hatte ganz dicke Brillengläser, etwa so dick wie Flaschenböden, und sie konnte vielleicht noch zehn Prozent sehen. Miklos betete und betete, aber es kam zu keiner Lösung.

VOICE: Wusstet ihr euch zu helfen?

Ulrich von Schnurbein: Ich hatte öfters schon mal erlebt, dass der Herr mir Weisheit und Gnade geschenkt hatte, wenn ich einfach im Glauben die Bibel aufgeschlagen habe. Das habe ich auch in diesem Fall gemacht und kam auf Markus 8, Vers 22. Mein erster Blick fiel auf die Überschrift: „Heilung eines Blinden“. An dieser Stelle kommt Jesus nach Bethsaida, und die Menschen bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, dass er ihn anrührt. Nachdem Jesus ihm in die Augen spuckt, sieht der Blinde dann die Menschen „wie Bäume umhergehen“ und ist wiederhergestellt. Das war für mich die Aufforderung, uns daran ein Beispiel zu nehmen. Ich sagte: „Miklos, du musst der Frau in die Augen spucken.“ „Unmöglich, das mache ich nie“, weigerte er sich. Er betete weiter. Nach einer Weile sagte ich wieder: „Miklos, du musst der Frau in die Augen spucken.“ Aber das tat er nicht. So ging das länger hin und her. Schließlich sagte ich: „Dann mache ich es selbst.“ Ich fragte die Frau, ob sie einverstanden sei, und sie nickte. Also spie ich ihr etwas Spucke in die Augen, und wir legten ihr weiter die Hände auf. Und es dauerte nicht lang, da sprang die Frau hoch und rief: „Ich kann sehen! Ich kann sehen! Jesus hat mich geheilt!“ Sie war außer sich. Wir standen nur ganz überrascht da und fragten uns, ob wir das gerade auch wirklich erlebt hatten.

VOICE: Und die anderen Anwesenden haben das mitbekommen?

Ulrich von Schnurbein: Ja. Alle haben dann natürlich aufgehört, selber zu beten, und sind dazu gekommen. Auch Richard Shakarian kam. Und die Frau bezeugte immer wieder, dass sie sehen kann. Dann haben wir ihr eine Bibel vorgelegt, ganz kleingedruckt, und als Ergebnis dieses Gebetes, hat sie ganz eindeutig aus dieser Bibel richtig und klar vorgelesen. Das haben alle miterlebt. Das alles ist jetzt
21 Jahre her. Bei meiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst für Christen im Beruf im letzten Jahr war Miklos auch anwesend und hat diese Heilung dabei noch einmal bestätigt. Und immer, wenn ich in Amerika mit Richard zusammentraf, hat er mich in Versammlungen vorgeholt, und ich musste diese Geschichte er-zählen. Das war mir schon etwas peinlich, weil es ja fast so aussah, als gäbe es nichts anderes, von dem wir Zeugnis geben könnten.

 

 

Dr. Ulrich von Schnurbein

Dr. Ulrich von Schnurbein

Jahrgang 1940, ist studierter Forstwirt und verwaltete das Familienforstgut im Bayrischen Wald. 1991 übernahm er vom Gründungspräsidenten Adolf Zinsser die Leitung der Vereinigung FGBMFI – Christen im Beruf e.V. in Deutschland. Nachdem er im letzten Jahr aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung stellte, wählten die Delegierten auf der Deutschlandkonferenz in Bad Kissingen Andreas Schreiber zu seinem Nachfolger.

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